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Wie bewerben? - Selbstbewusst bewerben!
Vorab ein grundlegender Ratschlag, der schon so manchem die Tür zum erstrebten Job geöffnet hat:
Seien Sie selbstbewusst, vom Anfang der Bewerbung bis zur Vertragsunterzeichnung! Sie sind nicht irgendein Bittsteller, der hofft, durch viel Glück an irgendeine Einkommensquelle zu gelangen - Sie vermitteln stattdessen den Eindruck, dass es Ihnen genau um diese eine Stelle, um diese eine Tätigkeit geht, auf die gerade Sie besonders gut passen! (Dass Sie noch zig Bewerbungen im Hintergrund laufen haben, wissen nur Sie). Wer schon zu Beginn zu tief stapelt und sein Können zu stark relativiert, hat schon verloren. Daher:
Lassen Sie sich nicht von Nebensächlichkeiten in Stellenanzeigen verunsichern. Wenn bspw. Branchenkenntnisse wünschenswert sind, man aber bisher in dem Bereich noch keine Erfahrung sammeln konnte - lassen Sie sich nicht abschrecken! Argumentieren Sie nach dem Schema "Was ich bisher zwar nicht hatte, kann ich in kurzer Zeit aufholen, besonders im Rahmen der von hnen angebotenen Stelle, auf die ich ansonsten ausgezeichnet passe, weil ... !"
Und nun ran an die Bewerbung!
Was den Personaler interessiert
Der Personalleiter eines deutschen Groß-Konzerns kann Empfänger von bis zu 20.000 Bewerbungen pro Jahr sein - bei Continental beispielsweise bekommen davon lediglich 50 Kandidaten auch ein Stellenangebot; beim Logistikriesen Deutsche Post World Net zählt man weltweit über eine Million Bewerbungen; das 325-köpfige Recruitingteam von Siemens bearbeitet jährlich 220.000 Einsendungen (Quelle: Karriere.de). Folge: 60 Prozent der Personaler blättern eine Bewerbung in maximal 4 Minuten durch! Ihre Chancen, sich ausführlich zu präsentieren, stehen also schlecht. Wie gehen Sie nun am besten vor?
| Informieren - und vorher anrufen!
Wussten Sie schon, dass mehr als zwei Drittel aller Bewerber bei einem potenziellen Arbeitgeber anrufen, bevor sie sich bewerben? Drei von vier Personalern freuen sich über solche Anrufe (Quelle: Karriere.de).
Wichtig: Bei der telefonischen Kontaktaufnahme sollten Sie gut über das Unternehmen und seinen Markt informiert sein!
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Womit bewerben?
Ihre Bewerbung besteht üblicherweise aus:
- Lebenslauf
- Anschreiben und
- Zeugnissen (Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnisse, bei Absolventen auch das Abiturzeugnis)
Für manche überraschend: Gelesen wird die Bewerbung gerne in der oben angegebenen Reihenfolge - der Lebenslauf ist am wichtigsten. Ihr entnimmt der Personaler Hinweise auf Ihre Eignung - ohne dass Sie ihn mit einer überflüssigen "dritten Motivationsseite" ("Ich bin teamfähig, belastbar, flexibel") langweilen (zynische Personaler zählen hier die Adjektive und machen sich über die Bewerber lustig). Im Anschreiben sucht man dann eher nach einer Begründung, warum Sie wechseln wollen oder sich gerade für diese Firma oder Position interessieren. In die Zeugnisse guckt man dann noch, um die Tätigkeitsbeschreibung zu lesen oder um zu sehen, ob es mit Ihnen Probleme bei vorherigen Arbeitgebern gab.
Das Anschreiben ist zwar wichtig. Es kann textlich bereits in der Mail selbst stehen, genauso ist es aber üblich, ein separates Anschreiben als Word- oder PDF-Dokument anzuhängen. Das Herzstück einer Bewerbung ist aber nicht das Anschreiben, sondern der Lebenslauf, da hiernach Ihre Eignung im Vergleich zu den Mitbewerbern beurteilt wird.
Das Anschreiben
Fehlen darf das Anschreiben natürlich nicht, es darf auch nicht schlampig oder lieblos formuliert sein. Allerdings werfen in der Realität die meisten Personaler nur einen schnellen, - dann aber genauen! - Blick darauf. Denn nur hier ist Gelegenheit zu klären, warum Sie auf die offene Stelle passen.
Der von Bewerbungen überflutete Personaler wünscht vor allem drei Antworten:
- Warum passen gerade Sie gut zu diesem Unternehmen? (und nicht: Warum passt dieses Unternehmen gerade gut zu Ihnen)
- Warum gibt es dort gerade einen Bedarf für jemanden mit Ihren Fähigkeiten? (und nicht: Warum könnten Sie da schon irgendwie reinpassen)
- Warum wollen Sie wechseln? (im Sinne von: Was reizt Sie an dieser neuen Aufgabe, aber nicht: Was Ihnen an Ihrem alten Unternehmen nicht gefällt)
Diese Fragen proaktiv zu beantworten ist Ziel Ihres Bewerbungsschreibens. Dieses sollte immer genau auf einen Job und genau ein Unternehmen ausgerichtet sein! Klingt das Anschreiben nach Textbausteinen, signalisiert dies kein echtes Interesse am Unternehmen XYZ, sondern an einem Job zum Geldverdienen.
Beginnen Sie ein Anschreiben niemals mit "Sehr geehrte Damen und Herren". Dies ist ein typisches Merkmal einer so genannten Blindbewerbung (Massenbewerbung an alle möglichen Unternehmen, in der Hoffnung, irgendwann werde schon einmal etwas dabeisein).
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Tipp: Ermitteln Sie zunächst den für Sie relevanten Ansprechpartner. Bei nicht ausgeschriebenen Stellen ist dies nicht der Personalchef, sondern die Person, in deren Bereich Sie arbeiten möchten. Ansprechpartner im Personalbereich finden Sie in der Regel über die Firmenhomepage, ansonsten fragen Sie telefonisch nach dem richtigen Adressaten.
Bei der telefonischen Kontaktaufnahme sollten Sie gut über das Unternehmen und seinen Markt informiert sein.
Beispiel: "Guten Tag, mein Name ist Peter Mustermann. Können Sie mir bitte weiterhelfen? Wer ist mein Ansprechpartner, wenn ich mich als Personalreferent bewerben möchte?"
Nennt man Ihnen den Namen, lassen Sie sich seinen Namen buchstabieren (!) und sich dann im Anschluss ruhig mit ihm verbinden. Fragen Sie Ihren Ansprechpartner zunächst, ob er gerade Zeit für Sie hat. Falls er bejaht, fragen Sie ihn, ob er sucht, ob eine Bewerbung Sinn macht und ob er derjenige ist, der später dann auch die Entscheidung über Ihre Einstellung trifft.
Ihr Anschreiben können Sie dann gleich durch ein Bezugnehmen auf das "freundliche Telefonat" und "Ihr Interesse an meiner Bewerbung" eröffnen und haben schon dadurch einen direkten heißen Draht zum Entscheider hergestellt.
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Beispiel
Verstärkung der Führungsmannschaft für den Verantwortungsbereich Vertrieb
Sehr geehrter Herr Nachname,
ich bedanke mich für das freundliche Telefonat und freue mich über Ihr Interesse an meiner Bewerbung.
Die Position als Mitarbeiter XYZ interessiert mich sehr, die von Ihnen beschriebenen Aufgabengebiete im Bereich der XXX klingen sehr spannend und herausfordernd.
[Begründung, warum gerade die XYZ AG am besten durch Sie verstärkt werden sollte]
Konnte ich Ihr Interesse wecken? Über eine Nachricht würde ich mich sehr freuen!
Mit freundlichen Grüßen
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| Auf jeden Fall sollten Sie auch Ihre Rechtschreibung und Zeichensetzung einer genauen Prüfung durch einen Dritten unterziehen lassen, bevor Sie etwas verschicken. Schlechte Formulierungen und/oder Rechtschreibfehler bedeuten fast immer das Aus.
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Der Lebenslauf - das Herzstück Ihrer Bewerbung!
Sie glauben, zuerst liest sich der Personaler aufmerksam Ihr Anschreiben durch? Falsch! In den meisten Fällen wird er seinen ersten Blick in Ihren Lebenslauf werfen, da er vor allem hieraus Ihre Eignung für eine offene Position ableitet. Ist der Lebenslauf "in Ordnung", studiert er auch Ihr Anschreiben. Ergibt sich dadurch kein Hindernis (z. B. durch überzogene Gehaltsforderungen, auffällige Rechtschreibschwächen oder endlose, geschwätzige Selbstdarstellungen), werden auch noch Ihre Zeugnisse Beachtung finden.
Es lohnt sich also, Ihren Lebenslauf
- übersichtlich und kopierfreundlich
- inhaltlich knapp, aber nicht zu kurz und zu "blutleer"
zu gestalten, damit er auch so wahrgenommen wird, wie Sie dies wünschen.
Anders gestaltete Lebensläufe werden auch gelesen, aber sie können den Personaler nerven, seine Bearbeitung erschweren, wichtige Daten untergehen lassen oder schlicht dafür sorgen, dass der Lebenslauf irgendwo in einer Ablage verschwindet.
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Bedenken Sie: Zuerst gesichtet wird Ihre Bewerbung von einer überarbeiteten Führungskraft oder von einer Hilfskraft, die auf Stichworte trainiert ist.
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Ein Lebenslauf kann auf eine einzige Seite passen und etwa so aussehen: =>
Rechts im oberen Drittel findet man das Wichtigste (dieser Bereich wird besonders intensiv wahrgenommen, daher findet man häufig auch auf Websites dort wichtige Hinweise, Werbung etc.!), also neben einigen persönlichen Daten (Adresse, Familienstand etc.):
- Berufliche Tätigkeiten (am wichtigsten!)
- Veröffentlichungen (falls vorhanden, ggf. eine passende Auswahl)
- Bevorzugte Tätigkeit (bei Initiativbewerbung)
(Letztlich findet der Personaler hier seine "Suchbegriffe"!)
Links finden sich:
- Ausbildung
- Sprachkenntnisse
- EDV-Kenntnisse
- Aktivitäten
- Hobbies/Interessen
| |  Kann auf eine Seite passen: Beispiel für einen übersichtlich gestalteten Lebenslauf
Durck Klicken auf das Word-Symbol können Sie eine Beispiel-Vorlage für einen solchen Lebenslauf abspeichern |
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Das Bewerbungsfoto
Loten Sie vorher aus, wie sich andere Mitarbeiter in diesem Jobumfeld und in dieser Position geben. Leitsatz: Auf einem guten Bewerbungsfoto sollten Sie so aussehen, wie jemand aussieht, der die angestrebte Position bereits erfolgreich inne hat.
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Worauf achtet man überhaupt beim Lesen des Lebenslaufs?
Der Personaler ist ein großer Anhänger der Theorie vom "logischen nächsten Karriereschritt", was bedeutet, dass er erwartet, dass auf die Karrierestufe "Marketing Manager" als nächste ein "Leiter Marketing" folgt (gleicher Bereich, mehr Verantwortung), vielleicht auch "Manager Marketing und Vertrieb" (Ausweitung des Verantwortungsbereiches, gleiche Ebene der Verantwortung), aber weniger "Freier Comiczeichner", "IT-Berater" oder Ähnliches.
Der Personaler wird nach passenden "Schlüsselwörtern" suchen, wenn er diese nicht in der Bewerbung entdeckt, sortiert er Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eher aus und gibt anderen Bewerbern den Vorzug.
Ihre Rest-Chance in diesem Fall (aber auch sonst hilfreich): Ihre Job-Eignung durch einen Mittelsmann kommunizieren lassen - oder ohne Mittelsmann durch ein Direktgespräch.
Verfügbarkeit (Kündigungsfristen) angeben!
Ein häufig im Lebenslauf vergessener Punkt bei Führungskräften: Die Verfügbarkeit.
Es kann in manchen Fällen hilfreich sein, wenn man seine Kündigungsfrist benennt, ggf. mit dem Hinweis "frühere Beendigung verhandelbar". Denn es macht einen Unterschied, ob man erst in drei oder sechs Monaten zur Verfügung steht - oder ob man von Personalberatern auch auf eine kurzfristig zu besetztende Stelle angesprochen werden kann.
Zeugnisse
Ihrer Bewerbung fügen Sie üblicherweise Kopien der beiden höchsten Ausbildungsabschlüsse und Arbeitszeugnisse bei, Absolventen auch das Abiturzeugnis. Wenn Sie unsicher sind, welche Zeugnisse und Arbeitszeugnisse Sie der Bewerbung beifügen müssen, nehmen Sie nur die letzten wichtigen (z. B. das Examenszeugnis bei über fünf Jahren Berufserfahrung), und bringen Sie im Anschreiben den Hinweis unter: "Gerne reiche ich Ihnen die Zeugnisse komplett nach." Gehen Sie davon aus: Nur die drei aktuellsten Arbeitszeugnisse sind von Interesse.
Achten Sie darauf, dass gescannte Dateien nicht zu groß werden, sie lassen sich dann nur schlecht öffnen, und manchmal öffnet sich hierdurch auch die gesamte Bewerbungsmail mit solcher Verzögerung, dass man eher in Versuchung kommt, sie gleich ganz zu löschen, um die eigene Mailbox wieder frei zu bekommen.
Zeugnissprache
"Er hat sich stets bemüht, ..." - Sie kennen das. Aber was bedeuten die anderen Formulierungen in Ihrem Zeugnis? Grundsätzlich gilt: Wichtiges sollte vor Selbstverständlichem erwähnt werden.
Linktipps:
Auf der Seite von Thomas Riemann finden Sie eine ausgezeichnete Übersicht zu Form und Inhalt der Arbeitszeugnisse: [www.pr-riemann.de]
Außerdem: [Der Geheimcode der Personalchefs - Arbeitszeugnisse entschlüsseln (Jobworld)]
Die Gehaltsangabe

Eine häufige Frage im Zusammenhang mit einer Bewerbung ist die Angabe des Gehalts. Sie ist ein Kriterium und ein wichtiger Anhaltspunkt bei der Auswahl. Aber soll man mit offenen Karten spielen, oder das Ganze lieber (zunächst) schlicht ausklammern?
Beides kommt vor, und ein Fehlen der Gehaltsgröße führt nicht automatisch zum Ausschluss (manchmal aber schon, denn wenn man Sie darum bittet, hält man die Angabe auch für wichtig). Wenn sich Ihr Gehalt in einer normalen Breite bewegt, zeigt dies, dass Sie auch gehaltlich auf die Stelle "passen".
Grundsätzlich würde ich jedem raten, sich nicht unter Marktwert zu verkaufen, dies mindert eher die Chancen (ähnlich wie bei Preisen anderer Produkte gilt auch hier: Was teuer ist, muss wohl gut sein). Aber überspannen Sie den Bogen nicht! Bewerber, die über 20 Prozent mehr fordern, als das Unternehmen für die Stelle veranschlagt hat, werden ausgemustert. Nach unten ist der Spielraum hingegen größer. Bis zu 40 Prozent weniger als geplant werden als Sparmöglichkeit betrachtet; verlangt ein Bewerber weniger, gilt er als "schlecht informiert".
Der richtige Ort für eine Gehaltsangabe, wenn Sie verlangt wurde, ist das Anschreiben.
Was Sie sonst noch tun können, damit Ihre Bewerbung nicht aussortiert wird
Verschicken Sie Bewerbungsunterlagen per Mail möglichst in einer einzigen Mail mit einem Attachment im Format PDF. Es verkompliziert die Wahrnehmung, wenn der Personaler sich alles erst zusammensuchen und -basteln muss.
Im Idealfall ist das Ganze bereits ausdruck- und kopierfähig (damit man es dem Entscheider schnell auf den Tisch legen kann - und der hat meist auch nur wenig Zeit, die Unterlagen zu studieren).
Außerdem können Sie Folgendes tun:
- Wählen Sie eine Schrift, die subtil an die Corporate Identity des Unternehmens anknüpft, bei dem Sie sich bewerben.
- Wählen Sie eine seriös wirkende E-Mail-Adresse! "peter.mustermann@t-online.de" ist besser als "BunnyMaus@big-and-great-jobs.de" oder "cool4ever@big-and-great-jobs.de".
- Gestalten Sie Ihre Anrufbeantworter-Ansage "chefgerecht". Nicht ist peinlicher, als wenn eine Personalerin Ihnen ein Jobangebot per Telefon unterbreiten möchte und dann zu hören bekommt: "Hi Mädels, willkomen bei Super-Paule!" oder "Dies ist der Anrufbeantworter von Tina und Klaus! Ihr könnt gerne eine Nachricht hinterlassen, wir freuen uns, juchu!"
- Sie können auch eine spezielle Rufnummer für solche Anrufe reservieren und einen eigenen Klingelton programmieren. Dann weiß zu Hause jeder, dass jetzt ein Jobanbieter anruft. In Ihrem Anschreiben und Lebenslauf geben Sie dann ausschließlich die hierfür reservierte Rufnummer an!
- Betreiben Sie keine leicht zu googlenden peinlichen Privat-Websites mit hoppelnden Hunden, freizügigen Strandbildern und geklauten Fotos barbusiger Film-Stars! Viele Chefs geben Ihren Namen einmal auf die Schnelle bei Suchmaschinen ein und gucken, was Ihnen dann begegnet. Eine eigene Domain in der E-Mail-Adresse wie @peter-mustermann.de macht neugierig und wird schnell aufgerufen.
Bewerbung per E-Mail
Auch für die Bewerbung per E-Mail gilt, dass sie aus drei Elementen besteht:
Das Besondere bei der Bewerbung per E-Mail ist, dass Sie dem Personaler Zeit beim Lesen sparen können, indem Sie:
- alles in einer Mail schicken
- darauf achten, dass die Mail auf gar keinen Fall größer als 1 MB wird!
- das Anschreiben in der Mail selbst als eigene Seite im Format PDF noch einmal anfügen. Warum? Darum:
- Lebenslauf und Zeugnisse zusammen mit der Anschreiben-Seite als PDF in eine einzige PDF-Datei einfügen, die Sie an die Mail anhängen (Vorteil: der Personaler muss nur einen Dateianhang öffnen, und dann nur einmal auf "Drucken" klicken, um das Ganze vor sich als Ausdruck auf dem Tisch zu haben (oder um es einem Kollegen oder Vorgesetzten über den Tisch zu reichen).
Das Vorstellungsgespräch
Beim Vorstellungsgespräch zählt dreierlei:
- Ihr äußeres Erscheinungsbild
- die Art Ihres Auftretens
- die Inhalte des Gesprächs (Was wird da gefragt?) und es interessiert Sie sicher:
- wer die Kosten für An- und Abreise übernimmt
[Beginnen wir mit dem äußeren Erscheinungsbild!]
Das Vorstellungsgespräch: Ihr äußeres Erscheinungsbild
Gleich und gleich gesellt sich gern! Es lohnt sich also, Gemeinsamkeiten herauszustellen, auch äußerlich.
Zum Vorstellungsgespräch erscheinen Sie folglich angepasst und ansprechend. Wer hier unangenehm auffällt, weil er aus dem Raster fällt, irritiert und mindert so seine Chancen. Dies kann übrigens auch durch ein Overdressing (z. B. Manschetten, zuviel Styling) bewirkt werden!
Dass Sie nicht voller Piercings zum Vorstellungsgespräch kommen, sollte sich von selbst verstehen. Woran man sich aber auch stoßen könnte (und was auch Führungskräften nicht immer bewusst zu sein scheint), sind bspw.:
- bei Männern: Schmuckringe, auffälliges Parfüm
- exzentrische Frisuren oder Bärte (auch ultralange oder buschige Koteletten)
- Bei Frauen: auffälliger Nagellack, viel Schmuck
Zu Grunde liegt die Annahme: Wer sich bei der eigenen "Gestaltung" merkwürdig oder wenig berechenbar verhält, wird dies auch im Job tun.
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Das Vorstellungsgespräch: Ihre kommunikative Art (wie Sie kommunizieren)
| Personaler bevorzugen Kandidaten, bei denen die zwischenmenschliche "Chemie stimmt". Unbewusst wird auch hier wieder verarbeitet: Gemeinsames verbindet, Auffälliges irritiert und wird gemieden.
Was können Sie als Kandidat tun?
- Sprechen Sie nichts Auswendiggelerntes vor, sondern nehmen Sie unauffällig und zwanglos Themen auf, die Sie und die Firma/den Personaler verbinden oder die er selbst anstößt (z. B. gemeinsame Herkunft aus dem Rheinland, Hobbies)!
- Formulieren Sie korrekte Sätze, stammeln Sie nicht rum und vermeiden Sie Ähs, Füllwörter, Relativierungen und Phrasen ("gewissermaßen", "quasi", "ziemlich", "letztendlich", "ich sag mal")!
- Sitzen Sie kontrolliert, nesteln Sie nicht ständig an sich herum!
|  Theatralische Auftritte meiden! |
[Die Inhalte des Gesprächs (Was wird da gefragt?)]
Das Vorstellungsgespräch: Die Inhalte
Im Vorstellungsgespräch möchte der Personaler herausfinden, was für eine Art Kollege Sie sind bzw. sein könnten. Insbesondere möchte er sich also von Ihnen einen Vor-Ort-Eindruck verschaffen, der über den ersten Eindruck hinausgeht, den er aus Ihrer Bewerbung ja schon gewonnen hat.
Der Gesprächsverlauf ist üblicherweise dieser:
- Als Einstieg lässt man Sie etwas von sich und Ihrem bisherigen Werdegang erzählen: "Erzählen Sie uns etwas über sich!"
- Es wird nachgehakt: Warum möchten Sie sich beruflich verändern?* Was waren die Gründe für Ihre Studien- bzw. Berufswahl? Wo gab es mal besondere Erfolge zu vermelden, die auf Ihr Tun zurückzuführen waren, wo hat es mal gehakt? Welche Erfahrungen konnten Sie im Bereich XY sammeln, war diese Tätigkeit eher international geprägt oder nicht? Was sind Ihre Stärken? Und was Ihre Schwächen? Was sagen andere über Sie?
- Dann geht es um die Position: Was wissen Sie über unser Unternehmen? Warum halten Sie sich für den Richtigen? Was erwarten Sie von uns? Wie schätzen Sie die Zukunft der Branche ein? Wie lange wollen Sie in unserem Unternehmen bleiben? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Warum sollten wir uns gerade für Sie entscheiden? In welchen Situationen haben Sie bisher am meisten gelernt und was? Welche Aufgabenschwerpunkte erwarten Sie in der neuen Aufgabenstellung?
- Sofern dies noch nicht Gegenstand der Bewerbung selbst war, wird auch die Frage nach dem Gehaltswunsch am Ende auftauchen
- Und auch auf diese Frage sollten Sie vorbereitet sein: "Welche Fragen haben Sie denn an uns?"
Weitere denkbare Fragen könnten sein:
- "Wie stellen Sie sich Ihre neue Stelle/Tätigkeit vor?"
- "Welche Anforderungen haben Sie an Ihre Arbeit/an Ihre Kollegen/an Ihre Vorgesetzten?"
- "Wie reagieren Sie generell auf Autoritäten?"
- "Sie schreiben in Ihrem Anschreiben, Sie seien besonders belastbar/teamfähig/flexibel. Was verstehen Sie darunter?"
- "Nennen Sie einmal ein paar Dinge, die Sie auf die Palme bringen!"
- "Wie reagieren Sie unter Stress / Wie gehen Sie mit Kritik/Konfliktsituationen um?"
- "Was waren bisher Ihre größten Erfolge bzw. Misserfolge, und wie sind Sie damit umgegangen?"
- "Was für ein Arbeitsumfeld benötigen Sie?"
- "Welche Dinge sollten sich bei einem Wechsel des Arbeitgebers auf jeden Fall ändern?"
- "Wann ist Teamarbeit für Sie effizient? Welche Rolle nehmen Sie in einem Team ein?"
- "Nennen Sie einmal eine wirklich große Herausforderung! Wie sind Sie diese angegangen?"
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*Beispiel für einen schlechten Gesprächsverlauf: Auf die Frage, weshalb Sie sich beruflich verändern möchten, antworten Sie mit ein paar negativen Anekdoten aus Ihrem jetzigen Alltag ("nerviger Chef", "schlechtes Betriebsklima" etc.) und verweisen auf die stagnierende Entlohnung. Gehaltssprünge könne man ja heutzutage nur noch durch Job-Wechsel machen.
*Beispiel für einen guten Gesprächsverlauf: Auf die Frage, weshalb Sie sich beruflich verändern möchten, antworten Sie, dass Ihnen die Aufgabe inhaltlich nichts Neues mehr bietet und Ihre Versuche, im Bereich Vertrieb strategischer tätig zu werden, an Grenzen stoßen. Außerdem sei Ihnen die Firma, bei der Sie sich nun bewerben, seit Längerem durch ihre erfolgreiche Vertriebsstrategie aufgefallen.
Vorteil: Sie begründen positiv statt negativ und aus der Logik des nächsten Karriereschritts heraus. Sie wollen gestalten, daher wollen Sie in diese Position wechseln. Nicht: Die andere Firma (die den Personaler nicht interessiert) ist schlecht, sondern: "Ihre Firma reizt mich, weil ..."!
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Über Headhunter/Personalberater bewerben?
Eines der häufigsten Missverständnisse ist, dass Personalberater Personal beraten. Üblicherweise sind es aber Unternehmen, die beraten werden, wenn diese qualifiziertes Personal suchen.
Um Ihrer Karriere etwas auf die Sprünge zu helfen, kann es aber durchaus sinnvoll sein, einer renommierten Personalberatung Ihren Lebenslauf online zukommen zu lassen. Hierbei sollten Sie sich aber zunächst bitte informieren, für welche Art von Positionen, Branchen und Unternehmen der jeweilige "Headhunter" überhaupt Suchen durchführt. Sonst wandert Ihr Lebenslauf möglicherweise gleich in den Schredder. Diesen können Sie auch online in die Datenbank per Personalberatungen aufnehmen lassen. Bei künftigen Suchen der "Headhunter" erhöhen Sie so Ihre Chance, von diesen (wieder-) "entdeckt" zu werden.
Der erste Weg führt über die Homepage des jeweiligen Personalberaters!
Ab und zu stolpern Sie über dieses Problem: Eine zu besetzende Stelle ist auf der entsprechenden Firmenhomepage inseriert; parallel dazu sucht ein Personalberater für das Unternehmen, was Sie mitbekommen. Nun stehen Sie vor der Frage, wo Sie sich beweben sollen: beim Unternehmen oder beim Berater. Die Antwort: Beim Personalberater! Meist bekommt dieser auch die Bewerbungen auf den Tisch, die an die Firma geschickt wurden, und darf dann eine Vor-Auswahl treffen. Die Firma schaut sich dann die Kandidaten an, die der Berater als passend bezeichnet hat. Er kann Sie vielleicht auch besser "verkaufen" als Sie sich selbst.
Ein weiterer Vorteil des Weges über den Berater: Er hat vielleicht auch andere Suchmandate, auf die Ihr Profil passt.
Der Chef-Lebenslauf - oder: Wie man Chef wird
Natürlich gibt es dafür kein Patentrezept! Falls Sie doch eins wünschen, ist hier die Kurzanleitung auf dem Weg zur Vorstandsposition in Form eines konsequenten Lebenslaufs:
- Nutzen Sie bereits als Schüler jede Chance, fließend Englisch zu sprechen (Schüleraustausch, Brieffreundschaften, Unterricht)
- Übernehmen Sie bereits als Schüler nachweisliche Führungsfunktionen (Jugendtrainer, Klassen- oder Schülersprecher etc.)
- Streben Sie ein sehr gutes Abitur an
- Machen Sie eine Lehre als Bankkaufmann
- Studieren Sie Betriebswirtschaftslehre, kombinieren Sie dies ggf. mit einem ingenieurtechnischen oder einem naturwissenschaftlichen Studiengang (also z. B. erst Maschinenbau, dann BWL)
- Streben Sie einen sehr guten Studienabschluss innerhalb einer kurzen Studienzeit an
- Bewerben Sie sich erfolgreich bei einer führenden Unternehmensberatung wie McKinsey o. Ä.
- Arbeiten Sie dort drei bis fünf Jahre und bauen Sie sich in dieser Zeit ein belastbares Netzwerk zu Entscheidern in Unternehmen auf
- Wechseln Sie in die Unternehmensbereiche Controlling / Finanzen
- Nutzen Sie schnell die Chance zu einer Tätigkeit im Ausland - hierfür müssen Sie sehr gut Englisch sprechen können
- Arbeiten Sie dort sehr gewissenhaft und wechseln Sie nach jeweils vier Jahren das Unternehmen, aber bleiben Sie innerhalb einer Branche (wenn Sie schlau sind, haben Sie sich für eine der besser zahlenden Branchen entschieden (Banken, Versicherungen, Energie, Pharma)
Reinhard Schinka
| Reinhard Schinka, Jahrgang 1967 und gebürtiger Rheinländer, studierte in Berlin Biologie und Deutsch (Lehramt an Gymnasien). Nach seinem zweiten Staatsexamen arbeitete er zunächst in als Content Manager für ein Startup-Unternehmen.
Seit 2001 war Reinhard Schinka als Researcher und Senior Associate in führenden internationalen Personalberatungen in Berlin und seit 2006 in Düsseldorf tätig. Zu seinem Alltag gehört der Kontakt zu Mitarbeitern der obersten Führungsebenen sowie das Sichten ihrer Lebensläufe.
Reinhard Schinka ist verheiratet, hat zwei Töchter und lebt mit seiner Familie im Bergischen Land.
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